Dortmund. Mehr als hundert Dortmunderinnen und Dortmunder nahmen in der Evangelischen Stadtkirche Sankt Petri an einem Gedenken zur Pogromnacht am 9. November 1938 teil. In ökumenischer Verbundenheit erinnerten sie an die Verbrechen der Reichspogromnacht und an die jüdischen Menschen und Familien, die in Dortmund von Verfolgung, Deportation und Tod betroffen waren
Dasd Gedenken wurde von der Evangelischen Stadtkirche Sankt Petri, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Dortmund und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Dortmund e. V. gemeinsam gestaltet. Ziel der Veranstaltung ist es, die Erinnerung wachzuhalten und angesichts wachsenden Antisemitismus ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung zu setzen.
Erinnerung an die Opfer
Nach der Begrüßung durch Pfarrerin Christel Schürmann begann das Gedenken mit einem Gang zu den Stolpersteinen der Familie Bischofswerder und von Hugo Cohen. Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums hatten sich im Unterricht mit deren Schicksalen beschäftigt und trugen an den Stolpersteinen kurze Lebensberichte vor.
Worte, Gebet und Musik
Zurück in der Kirche sprach Pfarrerin Annette Back (GCJZ) ein Gebet, in dem sie die Schuld und das Schweigen der Kirchen während der NS-Zeit benannte und zum entschiedenen Eintreten gegen Antisemitismus aufrief.
Für die ACK Dortmund nahmen Pfarrer Robert Geßmann (Alt-Katholische Kirche St. Martin), Günter Lohsträter (Neuapostolische Kirche) und Pfarrer Carsten Voß (SELK Trinitatisgemeinde) teil. Gemeinsam mit der Gemeinde las Pfarrer Voß Verse aus Psalm 74, die die Bitte um Gottes Beistand ausdrücken.
Die Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums erinnerten in eindrucksvollen Kurzbiografien an die Opferfamilien. Zwischen ihren Beiträgen erklang virtuelle Cellomusik von Emanuel Matz. Momente der Stille und der Vortrag von Paul Celans „Todesfuge“ unterstrichen die eindringliche Atmosphäre der Andacht.
Zum Abschluss dankte Pfarrerin Christel Schürmann allen Mitwirkenden und sprach den Segen. Das Gedenken endete in stiller Verbundenheit – als Zeichen gegen das Vergessen und für ein friedliches, respektvolles Miteinander in unserer Stadt.
11. November 2025
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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